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China mitten in Marzahnvon Peter Schubert Man begegnet ihnen zwar sofort, nimmt sie aber nicht sofort in ihrer Symbolik wahr - die klassischen "sieben Elemente" chinesischen Gartenbaus. Erde und Himmel, Gebäude, Wasser und Steine, Pflanzen und Lebewesen. Ihre Gestalter haben sich stets bemüht, diese harmonisch zu vereinen. Auf dem 2,7 Hektar großen Gelände des Chinesischen Gartens im Berliner Erholungspark Marzahn kann man sich vom Gelingen eines solchen Projekts überzeugen. Der Besucher ist eingeladen, sich Zeit zu nehmen, die Symbolik selbst zu erschließen. Der Anschluss an eine der regelmäßigen Führungen kann ihm aber durchaus dabei helfen, mehr von den Geheimnissen und der Vielfältigkeit dieser traditionellen und tausende Jahre alten Kunst und ihrer Philosophie zu erfahren.
Zur Entstehung1994 wurde eine Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking unterzeichnet. Dies war auch die Geburtsstunde für die Anlage eines Chinesischen Gartens im Erholungspark Marzahn. Der Berliner Filmproduzent Manfred Durniok - seinerzeit Beauftragter des Regierenden Bürgermeisters für eben diese Partnerschaft - wurde einer der Initiatoren und Förderer des Projektes. Zunächst ging es natürlich um die Finanzierung. Verschiedene Partner wurden gewonnen, auch aus EU-Fonds flossen Mittel. Der gesamte Plan für die Anlage war dann schließlich ein Geschenk des Pekinger Instituts für klassische Gartenarchitektur an unsere Hauptstadt. Um zu verwirklichen, was Chinas Jahrtausende alte Gartenkunst hervorbrachte, wurde auch der gesamte Bau von Pekinger Fachleuten ausgeführt. Und fast alle Materialien - wie die kostbaren Hölzer, Möbel und Skulpturen, Gesteine und Felsen - stammen aus China. Insgesamt rund 900 Tonnen Fracht wurden in ca. 100 Containern auf dem See- und Landweg nach Berlin gebracht. Nur die Pflanzen wurden von chinesischen Experten in besonderen deutschen Baumschulen ausgewählt und umgesetzt, weil sie hier bereits ans europäische Klima angepasst waren. GartengestaltungAuch wenn man in einem Garten zunächst darauf bedacht ist, auf die Pflanzen zu schauen - hier fallen erst einmal die Gebäude auf. Das ist kein Zufall. Diese werden immer zuerst erbaut, danach richten sich stets die verschiedenen Blickwinkel aus und damit die gesamte Struktur des Gartens mit Wegen und Bepflanzungen. Vier Pavillons sind verbunden durch ausschließlich geschwungene Wege. Es geht nie geradeaus (es sei denn, man begibt sich in die Sektion der Rasenlatscher!). Beim besinnlichen Lustwandeln durch die Anlage ändert sich damit ständig der Betrachtungswinkel, um dem Besucher somit Ruhe und Beschaulichkeit zu vermitteln. Er soll sich eins fühlen können mit dem Garten. Nicht fehlen darf auch eine Wasserfläche. Der 4.500 Quadratmeter große See mit ganz unterschiedlich gestalteten Ufern und Felsformationen und einem Wasserfall ist geteilt durch eine Zickzackbrücke. Die kann zwar von Menschen mühelos überquert werden, aber nicht von bösen Geistern, die können nach der Mystik nur geradeaus gehen.
Gebäude/Pavillons:Die "Stube des heiteren Wetters" erreicht man direkt von nördlicher Seite über den Haupteingang des Erholungsparks. Hier beginnen auch die Führungen.
Pflanzen und Steine:Die geschwungenen Wege sind überwiegend gesäumt von Bambussträuchern, einem chinesischen Symbol der Ehrbarkeit (und übrigens eine Grasart, die sich nur alle 80 bis 100 Jahre selbst über Blüten vermehrt, ansonsten über Stecklinge gezogen wird!). Kleine "Wälder" werden symbolisiert durch unterschiedlich große Kiefern. Von denen gibt es in China rund 125 Sorten. Sie entsprechen dort vergleichsweise unserer "Deutschen Eiche". Kaum zu vergleichen ist dagegen die Bedeutung der Felsen und Steine. Teils jahrhundertealte Exemplare als Sinnbild für Kraft und Schönheit mit ihrer ganz speziellen Form und Platzierung lohnen eine genauere Betrachtung. Und abhängig von der jeweiligen Jahreszeit findet der Besucher natürlich auch reichlich weitere faszinierende Bepflanzungen. Eintrittspreise für den gesamten Erholungspark einschließlich Chinesischer Garten: (ausgenommen Sonderveranstaltungen): Erwachsene: 1,50 EUR; Kinder (von 6-14 Jahre): 1,00 EUR; Schwerbehinderte: 1,00 EUR . Adresse: Eisenacher Straße 99; 12685 Berlin; fon 030/54698-0; Weitere Informationen:www.erholungspark-marzahn.de Führungen im Chinesischen Garten: Von April bis Oktober; die Führung dauert 1 bis 1,5 Stunden; Mi.,13.30 Uhr und 15.30 Uhr; Sa., 13.00 Uhr und 15.30 Uhr; So. und Feiertage 10.30 und 14.00 Uhr; Kosten: Erwachsene 3,00 EUR; ermäßigt (Kinder 6 - 14 Jahre, Schwerbehinderte) 1,50 EUR; Gruppenführungen: Angemeldete Gruppenführungen (bis maximal 25 Personen) sind auch zu anderen Terminen möglich, Anmeldung unter Telefon 030/5129498.
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