![]() | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Frohes Fest?
Frohe Feiertage allerseits! Wirklich? Wenn ich an Weihnachten denke, komme ich eher ins Grübeln. Das Fest der Liebe sollte es sein, Besinnlichkeit und Ruhe sollten im Mittelpunkt stehen. Aber heute? Thema verfehlt, Note Sechs, setzen!
Das beginnt schon Monate vor Weihnachten. Die Wirtschaft wetzt die Messer, lockt Mitte September - draußen herrschen noch angenehme 23 Grad Celsius - mit schneebedeckten Landschaften auf der Verpackung der Lebkuchen. Ab sofort wird einem bewusst: Verdammt, ich muss ja meinen Liebsten etwas schenken. Rast- und ruhelos werden danach die Kaufhäuser nach Schnäppchen durchstöbert, denn allzu teuer sollte das Präsent ja nun auch nicht sein. Nicht, dass wir jemanden in Verlegenheit bringen. Doch spätestens am Vormittag des heiligen Abends wird uns klar: Hätten wir doch aufs Schenken verzichtet. Mit Panikwölkchen über unserem Haupte raffen wir kurzfristig zusammen, was wir an Resten kriegen können: Socken für den Vater, Sekt für die Großmutter, Parfüm für die Liebste - und alle anderen bekommen einen Gutschein für ein Weihnachtsessen bei einer großen amerikanischen Restaurantkette, die erstens den Namen Restaurant nicht verdient und zweitens hier nicht genannt wird. Doch damit ist die Rennerei noch lange nicht vorbei. Im Gegensatz zu den Zeiten, in denen alle Familienmitglieder in einem Ort wohnten. Den Bruder hat's nach Hamburg verschlagen, Schwesterchen lebt inzwischen in Koblenz, Mutter nach wie vor in Gelsenkirchen, Vater mit seiner neuen Frau in Kassel, Großmutter in Hämelhausen und die Familie der Freundin in Bad Salzdahlum. Und wehe, irgendjemand wird auf dieser dreitägigen Odyssee durch die Bundesrepublik vergessen. Das gibt mit Sicherheit Mecker. Da man aber vor lauter Geschenke-Kauf-Stress vor Weihnachten nur Zeit hatte, einen Termin mit Oma zu machen, sitzt man jetzt im Auto auf dem Weg nach Hämelhausen und telefoniert per Handy mit Vater, wann und wo man denn bei ihm aufschlagen darf. Im allgemeinen Streit darüber, dass heute Nachmittag nun wirklich nicht mehr geht, übersieht man bei Tempo 240 - leider, leider - die Heckfront eines 42-Tonnen-Lastwagens. Frohes Fest . . . Neee, Danke! Darauf kann ich in Zukunft wirklich verzichten. Diese Weihnachten werden ganz klar die Grenzen abgesteckt. Geschenke werden nicht mehr verteilt - hat sowieso inzwischen jeder alles, was er braucht. Und die Feierei wird auch auf ein erträgliches Maß reduziert. Am liebsten wäre mir ein Treffen mit ALLEN Beteiligten bei uns zu Hause. Jeder bringt was zu Futtern mit, wir beginnen morgens, schnacken den ganzen Tag über, gehen spazieren und lassen es uns gut gehen. Und am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück, machen sich ALLE wieder auf den Nach-Hause-Weg. Und danach habe ich Zeit für das, was Weihnachten eigentlich sein sollte; Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit. Und Liebe machen kann ich dann auch. Was letztlich hieße: Weihnachten, Note eins, weitermachen!
|
| ||||||||||||||||||
|
[ Impressum
| FAQ
| Archiv
| Disclaimer
| Mission Statement
| Kiez
| Stadtplan ]
[ Marktplatz | Linksammlung | Recherche ] [ Gästebuch | Kontakt ] |
||