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Das "Dosenpfand" ist eingeführt - trotz massiver Verhinderungsversuche von Teilen der Industrie, des Handels und politischer Opposition. Seit 01.01.2003 wird es bundesweit erhoben, weil in den vergangenen Jahren der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen stark zurückgegangen ist. Die Auswirkungen für die Wirtschaft und den Arbeitskräftemarkt werden unterschiedlich beurteilt. Für die einen scheinen goldene Zeiten anzubrechen. So erwartet der Verband der Automatenindustrie durch das Dosenpfand einen zusätzlichen Umsatz von 600 Millionen Euro. Bundesweit würden in den nächsten fünf Jahren 60 000 Rücknahmeautomaten aufgestellt werden. Dagegen beklagen Dosenhersteller eine große Lücke in den Auftragsbüchern. Ein Produktionsrückgang um 50 Prozent sei durchaus realistisch.
Und dennoch - zumindest aus ökologischer Sicht- ist die Einführung des "Dosenpfandes " zu begrüßen. Der Verbrauch an Rohstoffen und Energie zur Herstellung der Getränkedosen war und ist enorm. Schon 1996 wurden in Deutschland 6 Milliarden Dosen verbraucht und bei weitem nicht alle dem Stoffkreislauf wieder zugeführt. Rohstoff- und Energieverbrauch sowie Entsorgungsprobleme dürften vielen Bundesbürgern aber egal sein. Sie trauern wohl eher um den Verlust einer gewissen Bequemlichkeit, die durchaus mit der Dose verbunden war: Geringes Gewicht, meist leichter zu öffnen als eine Flasche mit Kronenverschluss, kein Pfand und damit wenig Rückgabe-Anreiz in Richtung duales System. Derzeit herrscht noch eine chaotische Vielfalt im Rücknahmesystem, das von der Ausgabe von Pfandmarken bis zum Vermerk auf dem Kassenbon reicht. Ganz zu schweigen davon, dass viele Händler nur bei ihnen gekaufte pfandpflichtige Ware auch wieder zurück nehmen. Aber das alles wird sich einspielen. Spätestens ab Oktober 2003 soll es dann ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem geben. Aber selbst dann kann die Erhebung des "Dosenpfandes " nur ein Schritt in die richtige Richtung sein. Aus diesem Grund plädierte Umweltminister Jürgen Trettin schon Mitte Januar für eine Ausweitung der Pfandpflicht. Er kündigte für März die Einführung der Mehrweg-PET (Polyethylenterephthalat)-Flasche an. Pfand soll zukünftig auf alle Einweg-Getränkeflaschen -und Dosen erhoben werden. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, aber eigentlich brauchen wir noch mehr. Man betrachte sich nur einmal die Formen-, Größen- und Verschlussvielfalt der Bierflaschen. Da gibt es zum Beispiel welche mit Bügelverschluss, die vornehmlich in Bayern hergestellt werden. Diese werden bundesweit verkauft, müssen aber zwecks Nachfüllung wieder in heimatliche Gefilde zurückgeführt werden. Denn die in nördlichen Breiten stationierte Abfüllanlage für Flaschen mit Kronenverschluss würde ihnen den (Flaschen-)Hals brechen. Die Rückführung verursacht über die allgemeine Preissteigerung immer höhere Transportkosten und verbraucht Ressourcen. Ganz zu schweigen vom lästigen Sortieraufwand in Getränkehandel und -verkauf. Deshalb brauchen wir die "Einheitsflasche" - eine Größe, eine Form, ein Material, eine Verschlussart und eine Farbe (auf keinen Fall transparent). In der Politik ist sie ja schon weit verbreitet.
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