![]() | ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
Das Volk darf nicht entscheidenTeil 3: Die Positionen der Parteien
In der abschließenden Lesung zum Gesetzentwurf am 7.Juni 2002 verdeutlichten die Parteien ihre Positionen. SPD /Bündnis 90 / Die Grünen Direkte Demokratie soll Engagement und die Bereitschaft zur Mitverantwortung stärken. Häfner erwartet jedoch noch mehr von der direkten Demokratie: "Direkte Demokratie führt dazu, dass anders als bei den Wahlen, bei denen man nur Personen und Parteien wählen kann, eine Sachfrage im Mittelpunkt steht und sie ausführlich und gründlich in der Bevölkerung diskutiert und abgewogen wird", erläuterte Häfner unter Hinweis auf die Ergebnisse mehrerer Forschungsarbeiten. Direkte Demokratie sei ein Angebot an die Jugend. Diese würde sich gerne engagieren, wenn sie nur das Gefühl hätte, ein Ziel in einer überschaubaren Zeit erreichen zu können. Genau dies sei durch die direkte Demokratie möglich.
"Nichts ist (...) so gut, dass man es nicht ausbauen und verbessern könnte (...).Wir wollen die Demokratie in unserem Lande beleben und bereichern", so der SPD-Abgeordnete Hermann Bachmaier. Er ist sich sicher: Allein die Möglichkeit von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden werde eine "heilsame Rückwirkung auf das parlamentarische Leben und vor allem auf die Bürgernähe der parlamentarischen Entscheidungsprozesse haben". Sowohl die SPD als auch Bündnis 90/Die Grünen hatten die Stärkung der Mitwirkungsrechte in ihre Wahlprogramme aufgenommen. FDP Dennoch: Die FDP machte ein überraschendes Angebot. Sie schlug vor, die direkte Demokratie ausschließlich in Form der Volksinitiative in das Grundgesetz aufzunehmen. Ein Vorschlag, der ebenfalls keine Mehrheit fand. In ihrem Wahlprogramm sprach sich die FDP dafür aus, die repräsentative Demokratie um Elemente der direkten Demokratie zu bereichern: "Der Bürger muss sich vor allem in seinem unmittelbaren Umfeld stärker an Entscheidungen beteiligen können". Ob hiermit ein nationales Volksentscheidrecht gemeint war, bleibt unklar. CDU/CSU Hintergrund dieser Befürchtung: Faktisch reicht es für das Zustandekommen eines Gesetzes aus, wenn zehn Prozent plus ein Stimmberechtigter für das Gesetzesvorhaben stimmen. Damit "...nehme ich die Privilegierung von Minderheiten und damit den Einstieg in eine verfassungsmäßige Ungleichheit in Kauf", führte der CDU-Abgeordnete Professor Rupert Scholz weiter aus. Scholz befürchtet, dass es gerade die Parteien sein werden, die Volksinitiativen, -begehren und -entscheide anstoßen und organisieren. Damit werde die Macht der Parteien weiter massiv wachsen. Das sei das Gegenteil von dem, was erreicht werden solle. Weitere Kritikpunkte: Plebiszite würden Entscheidungen auf ein schlichtes Ja oder Nein verengen. Sie erlaubten keine Kompromisse. Die Sachfragen, um die es bei Abstimmungen auf Bundesebene ginge, seien zu schwierig und zu komplex, um durch die Bürgerinnen und Bürger entschieden zu werden. Die bundesweite direkte Demokratie war denn auch nicht im Wahlprogramm der CDU enthalten. Dennoch: Zahlreiche CDU-Politiker haben sich in der Vergangenheit für die Stärkung von Mitwirkungsrechten der Bürgerinnen und Bürger ausgesprochen. Zwei-Drittel der CDU-Wähler befürworten dies übrigens ebenfalls. PDS Auch die PDS forderte in ihrem Wahlprogramm die Einführung der direkten Demokratie auf Bundesebene. www.bundestag.de
Von der Koalitionsvereinbarung zur Gesetzesvorlage
|
| |||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||