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Totale Datenkontrolle made in the USvon Jochen Biock Zwei etablierte Spionagesysteme der USA sind das "Echelon"- und das "Carnivore"-System. Echelon, das auch im Zusammenhang mit Wirtschaftspionage von sich reden machte, ist ein Netzwerk elektronischer Spionagesysteme, betrieben von US, England, Kanada, Neuseeland und Australien. Ähnlich wie eine Suchmaschine durchsucht Echelon Telefonate, Telexe, Faxe und e-Mails nach bestimmten Wörtern, wie z.B. Al-Quaida, Antrax oder President Bush, an Hand einer Wortliste. Taucht eines der im Katalog enthaltenen Wörter in einer Mitteilung auf, wird diese dupliziert, gespeichert, analysiert und bei Verdacht weiter verfolgt.
Echelon wurde in den späten 60ern, während des kalten Krieges vom NSA (National Security Agency) entwickelt. Nach langer Zeit des Spekulierens setzte die EU einen Untersuchungsausschuss zu Echelon ein, der die Existenz und Funktion des Systems zu Tage fördern sollte. Am 05.09.2001 stellte Gerhard Schmid, der Berichterstatter des Ausschusses, die Ergebnisse in einer Rede vor und die Existenz von Echelon wurde in der darauf folgenden Abstimmung mit einer 2/3-Mehrheit vom europäischen Parlament als erwiesen anerkannt. In seiner Rede verwies Gerhard Schmid darauf, dass Echelon im Wesentlichen nur Zugriff auf interkontinentale Kommunikation via Satellit oder Unterwasserkabel habe, konnte aber nicht 100%ig ausschließen, dass auch nationale (innerdeutsche) Kommunikation von diesem System durchleuchtet wird. Wer also bei seinen Telefonaten auf die mitlaufenden Räder der Geheimdienst- maschinerie nicht verzichten will, der sollte die Gespräche demnächst mit den Worten: Sprengstoff, Milzbrand oder Anschlag beginnen, keine Angst wenn Sie kein Englisch können, übersetzen kann Echelon auch. Carnivore wurde vom FBI zum Schutz der Infrastruktur, zur Verfolgung von Hackern und zur Terrorismus- und Drogenhandelbekämpfung entwickelt und zielt auf die Kommunikation per e-Mail ab. Anders als Echelon, das völlig Personen ungebunden Nachrichten durchleuchtet, installieren Mitarbeiter des FBI Carnivore gezielt beim Provider eines Verdächtigen Das System überprüft dann sämtliche e-Mails, die bei diesem Provider ein- und ausgehen und die Mails des Verdächtigen werden herausfiltert, kopiert und gespeichert. Bürgerrechtler und Datenschützer sind besorgt, ob das System nicht auch zum Durchleuchten unbescholtener Bürger missbraucht würde, und es bestehen Zweifel, ob wirklich immer nur die Mails der Verdächtigen auf den FBI-Computern gespeichert werden. Bereits wenige Stunden nach den Anschlägen auf das World Trade Center hatten Sicherheitskräfte etlichen Providern einen Besuch abgestattet, das Portal Yahoo, sowie die Provider AOL und Earthlink bestätigten inzwischen die Zusammenarbeit mit dem FBI. Doch selbst diese beiden Systeme, über die man schon etliche rechtliche und nicht zuletzt bürgerrechtliche Bedenken äußern kann, sehen eher blass aus, gegen die neuen Big-brother-Pläne unserer amerikanischen Freunde. Das Programm des jetzt geplanten Prototyps mit dem verheißungsvollen Namen TIA (Total Information Awareness) soll zusätzlich zu den Datenbanken der Geheimdienste sämtliche Daten, die überall im Umgang mit elektronischen Systemen fließen, weltweit Personen bezogen zusammenführen. So z.B. Ausstellung von Pässen, Visa; sämtliche Kreditkartenzahlungen, EC-Zahlungen, e-Mails, Flugbuchungen, Mietautos, Handyrechnungen, Erwerb von Waffen, Chemikalien oder Arzneimitteln, usw. Die so gesammelte Datenflut, die nicht zuletzt auch durch die Zusammenarbeit verschiedener Behörden aufkommen kommen soll, wird dann auf Anhaltspunkte terroristischer Aktivitäten hin durchleuchtet. Bei verdächtigen Mustern werden die Fahnder aktiv und nehmen die auffälligen Personen unter die Lupe, um eventuell geplante terroristische Aktionen zu verhindern. Federführend für dieses Projekt ist das IAO (Information Awareness Office) der DAPRA (Defence Advanced Research Project Agency), das sich den Unmut der amerikanischen Datenschützer dadurch zuzog, dass die Planung nicht etwa nur das Ausspionieren ausländischer Bürger vorsieht, sondern explizit auch das Herumschnüffeln in den Daten von US-Bürgern, welches den Geheimdiensten der USA bislang offiziell untersagt war. Das zu Beginn des Jahres gegründete IAO wird von John Poindexter geleitet, der 1986 über die Iran-Contra-Affäre stolperte und 1987 schon vergeblich die Ausweitung der Kompetenzen des NSA auf die gesamte Computer- und Kommunikationssicherheit der Regierung und der Privatwirtschaft forderte, was wohl zum Einbau diverser Hintertüren für die Datenüberwachung geführt hätte. Doch jetzt, im Angesicht der neuen Bedrohungen scheint der Weg frei für größere Ziele. Die totale Datenkontrolle, das scheint der Traum einiger Köpfe z. Zt. zu sein. Also vermeiden Sie Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, sowie Briefverkehr und Barzahlungen, wenn Sie kein Spielverderber sein wollen!
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